PressEmitteilung
ME/CFS Research Foundation investiert 2,4 Millionen Euro in sieben neue Forschungsprojekte
Hamburg, 17. Juli 2026
Größtes privat finanziertes Forschungsförderprogramm für ME/CFS in Europa stärkt Forschung zur Entwicklung von Therapien, Biomarkern und Aufdeckung von Krankheitsmechanismen mit sieben neuen Forschungsprojekten.
Die gemeinnützige ME/CFS Research Foundation investiert insgesamt 2,4 Millionen Euro in sieben neue Forschungsprojekte zur Erkrankung ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom). Die Vorhaben werden noch in diesem Sommer an acht Forschungseinrichtungen in Deutschland starten und erforschen neue Therapieansätze, Biomarker und zentrale Krankheitsmechanismen dieser häufigen, schweren Multisystemerkrankung, für die es bis heute keine anerkannten ursächlichen Therapien gibt.
Das ursprünglich geplante Fördervolumen des “Research Funding Programme 2026” von zwei Millionen Euro konnte dank steigender Spendeneinnahmen auf 2,4 Millionen Euro erhöht werden. Die Stiftung baut damit ihre Forschungsförderung deutlich aus und setzt ein starkes Zeichen für die biomedizinische ME/CFS-Forschung in Deutschland und Europa.
“Wir erleben aktuell eine enorme wissenschaftliche Dynamik in der ME/CFS-Forschung. Mit unserem Förderprogramm 2026 ermöglichen wir frühzeitig besonders innovative Projekte und tragen dazu bei, dass vielversprechende wissenschaftliche Erkenntnisse schneller den Weg in neue Diagnose- und Therapieansätze finden.” kommentiert Jörg Heydecke, Gründer und Geschäftsführer der ME/CFS Research Foundation.
Breites Forschungsspektrum
Die geförderten Projekte beschäftigen sich unter anderem mit
- B-Zell-Depletionstherapie,
- genetischen Ursachen,
- Biomarkern für Diagnose und Patient*innenstratifizierung,
- Autoimmunität und chronischen Entzündungsprozessen,
- immunologischen Mechanismen bei Kindern und Jugendlichen sowie
- Machine Learning-gestützter Entwicklung neuer Biomarker.
Die geförderten Vorhaben werden unter anderem an der Charité – Universitätsmedizin Berlin, dem Berlin Institute of Health (BIH), der Medizinischen Hochschule Hannover, der Goethe-Universität Frankfurt, dem Universitätsklinikum Erlangen, der Technischen Universität München/Helmholtz München sowie dem Universitätsklinikum Heidelberg durchgeführt.
Die Auswahl der sieben Projekte erfolgte in einem mehrstufigen wissenschaftlichen Begutachtungsverfahren. Nach einer formalen Prüfung wurden 26 Anträge von einer internationalen Jury mit mehr als 20 Expertinnen und Experten aus zehn Ländern sowie dem wissenschaftlichen Beirat und dem wissenschaftlichen Team der Stiftung bewertet.
Ergänzung zur öffentlichen Forschungsförderung
Die Stiftung versteht ihre Förderung als gezielte Ergänzung der öffentlichen Forschungsförderung. Die geförderten Projekte sollen wichtige wissenschaftliche Grundlagen schaffen, auf denen in den kommenden Jahren größere Folgevorhaben aufbauen können – insbesondere im Kontext der Nationalen Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen, die vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt umgesetzt wird.
Gerade in der aktuellen Aufbauphase des Forschungsfeldes ist eine schnelle und flexible Förderung entscheidend, um innovative wissenschaftliche Ansätze und vielversprechende Forschungsideen frühzeitig voranzubringen. Diese Rolle übernimmt das diesjährige Förderprogramm der Stiftunng.
Spenden machen Forschung möglich
Mit dem aktuellen Programm betreibt die ME/CFS Research Foundation das bisher größte privat finanzierte Förderprogramm für ME/CFS-Forschung in Europa. Ermöglicht wird dies durch die kontinuierlich steigende Unterstützung von Spenderinnen und Spendern. Neben der Projektförderung engagiert sich die Stiftung auch für die internationale Vernetzung von Forschenden sowie weitere Maßnahmen zur Unterstützung der ME/CFS-Forschung.
Übersicht aller geförderten Projekte und weiterführende Informationen: https://mecfs-research.org/projects
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Die ME/CFS Research Foundation ist eine gemeinnützige GmbH und erfüllt die satzungsmäßigen Voraussetzungen nach den §§ 51, 59, 60 und 61 AO. Sie darf Zuwendungsbestätigungen im Sinne des § 10b des Einkommensteuergesetzes ausstellen.
Über die ME/CFS Research Foundation
Die gemeinnützige ME/CFS Research Foundation mit Sitz in Hamburg finanziert und fördert biomedizinische Forschung zu den Krankheitsbildern ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/ Chronisches Fatigue-Syndrom) und Long COVID. Ziel ist es, Diagnostik und Therapieansätze zu entwickeln, um die ungenügende Versorgungslage zu verbessern. Die Stiftung arbeitet dabei eng mit Forschenden und ME/CFS-Patient*innen-Organisationen zusammen.
Aufgrund bisher unzureichender Forschung gibt es bis heute keine wirksame Therapie für diese häufigen und schweren Multisystemerkrankungen. Die Stiftung finanziert Forschungsprojekte, vernetzt Forschende, macht Forschungsfortschritt transparent und stellt Fakten und Ressourcen zur Aufklärung bereit.
Über ME/CFS (Myalgische Encephalomyelitis/Chronisches Fatigue Syndrom) und Long COVID:
ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom) ist eine chronische, schwere Multisystemerkrankung mit vielfältigen Störungen v.a. des Nerven- und Immunsystems. ME/CFS entsteht überwiegend post-infektiös, auch als Folge von COVID-19. Es ist die schwerste Form von Long COVID. ME/CFS-Erkrankte haben ausgeprägte körperliche und kognitive Symptome, eine sehr niedrige Lebensqualität und oft einen hohen Grad der Behinderung. 60 bis 75 Prozent aller Erkrankten sind arbeitsunfähig, viele davon sind an Haus oder Bett gebunden. Leitsymptom ist eine schwere Belastungsintoleranz mit Symptomverschlechterung nach Alltagsaktivitäten (post-exertionelle Malaise, kurz PEM). Die Diagnosestellung von ME/CFS ist aufgrund bisher fehlender Biomarker nur mit aufwendiger Anamnese und bereichsübergreifender Ausschlussdiagnostik möglich. Vielen Ärzt*innen fehlen die dafür erforderlichen Kenntnisse. Oft dauert es Jahre bis Betroffene eine Diagnose erhalten. Bisher gibt es keine wirksame Therapie. Erwachsene mit ME/CFS haben derzeit kaum Aussicht auf Besserung und Wiedereingliederung in das Berufsleben. Besser ist die Prognose für Kinder und Jugendliche, dennoch sind langfristige Schulfehlzeiten die Regel. Für die meisten Betroffenen ist eine Teilhabe am normalen Leben mit Beruf, Ausbildung, Freund*innen, Sport, Hobbys etc. nicht möglich.
In Deutschland lag die Zahl der Menschen, die mit ME/CFS leben, im Jahr 2025 bei mehr als 657.000. Ein Teil der durch COVID-19 an Long COVID bzw. Post-COVID-Syndrom erkrankten Personen erfüllt die Diagnosekriterien für ME/CFS. Bereits vor der COVID-19-Pandemie lebten etwa 400.000 Menschen in Deutschland mit ME/CFS. Weltweit liegt die Zahl der Betroffenen bei weit über 40 Millionen. Die medizinische Versorgungslage der Erkrankten ist ungenügend. Oft kommt es zu Fehldiagnosen und daraus resultierenden Folgeschäden.
Die hohe Zahl der Betroffenen ist für alle Bereiche der Versorgung sowie auch ökonomisch, durch den krankheitsbedingten Ausfall von Ausbildungszeit und Arbeitskraft, ein zunehmend kritischer Faktor.
Alle genannten Zahlen und Quellen finden Sie auf unserer Website: https://mecfs-research.org/was-ist-me-cfs