PressEmitteilung
ME/CFS – Wo steht die Forschung heute?
Berlin / Hamburg, 30. April 2026
Kurz vor dem “International ME/CFS Awareness Day” am 12. Mai 2025 tauschen sich führende internationale Expert*innen über neueste Forschungsergebnisse zu ME/CFS und Long COVID aus.
Auf der International ME/CFS Conference 2026 am 7. und 8. Mai in Berlin werden neueste Forschungsergebnisse rund um Krankheitsmechanismen und Therapieansätze für ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom) und Post-COVID-Syndrom vorgestellt und diskutiert. Die hybride Fachkonferenz fokussiert das Gebiet der der postakuten Infektionssyndrome (PAIS) und wird organisiert vom Charité Fatigue Centrum in Kooperation mit der ME/CFS Research Foundation.
Die ersten 1,5 Tage richtet sich die Konferenz an ein internationales Fachpublikum und findet auf Englisch statt. Thematisiert werden Krankheitsmechanismen, Diagnostik und Therapiestudien. Die Vorträge werden sich mit der Forschung zu Genetik, Biomarkern und Bildgebung bis hin zu vaskulärer, neuronaler, immunologischer und metabolischer Funktionsstörung befassen. Der zweite Konferenztag ist der Präsentation aktueller Daten und Ergebnisse aus der Therapieforschung gewidmet, mit einem Fokus auf Ansätze zur Behandlung eines gestörten Immunsystems.
Am Nachmittag des 8. Mai werden auf dem “ME/CFS Symposium 2026 – Versorgung und Therapie in Deutschland” aktuelle Studienergebnisse für Patient*innen, Angehörige und Interessenten in deutscher Sprache zusammengefasst. Dorothee Bär (Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt) und Nina Warken (Bundesministerin für Gesundheit) werden das Symposium mit einem Grußwort eröffnen.
Mit über 50 Vortragenden und bereits mehr als 5.000 Anmeldungen ist die Veranstaltung aktuell die größte wissenschaftliche Hybrid-Konferenz im Forschungsfeld von ME/CFS und Long COVID. Interessierte können die Beiträge über einen kostenlosen Livestream online verfolgen, eine Anmeldung ist erforderlich. Mediziner*innen erhalten CME-Fortbildungs-Punkte für eine Online-Teilnahme.
Die wissenschaftliche Leitung der Veranstaltung hat Prof. Dr. Carmen Scheibenbogen, Direktorin des Arbeitsbereichs Immundefekte und Postinfektiöse Erkrankungen und des Charité Fatigue Centrums (CFC) an der Charité – Universitätsmedizin Berlin.
Informationen zu Agenda, Vortragenden und Anmeldung stehen auf der Veranstaltungs-Website:
https://mecfs-research.org/conference2026
Pressekontakt
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Die ME/CFS Research Foundation ist eine gemeinnützige GmbH und erfüllt die satzungsmäßigen Voraussetzungen nach den §§ 51, 59, 60 und 61 AO. Sie darf Zuwendungsbestätigungen im Sinne des § 10b des Einkommensteuergesetzes ausstellen.
Über die ME/CFS Research Foundation
Die gemeinnützige ME/CFS Research Foundation mit Sitz in Hamburg finanziert und fördert biomedizinische Forschung zu den Krankheitsbildern ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/ Chronisches Fatigue-Syndrom) und Long COVID. Ziel ist es, Diagnostik und Therapieansätze zu entwickeln, um die ungenügende Versorgungslage zu verbessern. Die Stiftung arbeitet dabei eng mit Forschenden und ME/CFS-Patient*innen-Organisationen zusammen.
Aufgrund bisher unzureichender Forschung gibt es bis heute keine wirksame Therapie für diese häufigen und schweren Multisystemerkrankungen. Die Stiftung finanziert Forschungsprojekte, vernetzt Forschende, macht Forschungsfortschritt transparent und stellt Fakten und Ressourcen zur Aufklärung bereit.
Über ME/CFS (Myalgische Encephalomyelitis/Chronisches Fatigue Syndrom) und Long COVID:
ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom) ist eine chronische, schwere Multisystemerkrankung mit vielfältigen Störungen v.a. des Nerven- und Immunsystems. ME/CFS entsteht überwiegend post-infektiös, auch als Folge von COVID-19. Es ist die schwerste Form von Long COVID. ME/CFS-Erkrankte haben ausgeprägte körperliche und kognitive Symptome, eine sehr niedrige Lebensqualität und oft einen hohen Grad der Behinderung. 60 bis 75 Prozent aller Erkrankten sind arbeitsunfähig, viele davon sind an Haus oder Bett gebunden. Leitsymptom ist eine schwere Belastungsintoleranz mit Symptomverschlechterung nach Alltagsaktivitäten (post-exertionelle Malaise, kurz PEM). Die Diagnosestellung von ME/CFS ist aufgrund bisher fehlender Biomarker nur mit aufwendiger Anamnese und bereichsübergreifender Ausschlussdiagnostik möglich. Vielen Ärzt*innen fehlen die dafür erforderlichen Kenntnisse. Oft dauert es Jahre bis Betroffene eine Diagnose erhalten. Bisher gibt es keine wirksame Therapie. Erwachsene mit ME/CFS haben derzeit kaum Aussicht auf Besserung und Wiedereingliederung in das Berufsleben. Besser ist die Prognose für Kinder und Jugendliche, dennoch sind langfristige Schulfehlzeiten die Regel. Für die meisten Betroffenen ist eine Teilhabe am normalen Leben mit Beruf, Ausbildung, Freund*innen, Sport, Hobbys etc. nicht möglich.
In Deutschland lag die Zahl der Menschen, die mit ME/CFS leben, im Jahr 2025 bei mehr als 657.000. Ein Teil der durch COVID-19 an Long COVID bzw. Post-COVID-Syndrom erkrankten Personen erfüllt die Diagnosekriterien für ME/CFS. Bereits vor der COVID-19-Pandemie lebten etwa 400.000 Menschen in Deutschland mit ME/CFS. Weltweit liegt die Zahl der Betroffenen bei weit über 40 Millionen. Die medizinische Versorgungslage der Erkrankten ist ungenügend. Oft kommt es zu Fehldiagnosen und daraus resultierenden Folgeschäden.
Die hohe Zahl der Betroffenen ist für alle Bereiche der Versorgung sowie auch ökonomisch, durch den krankheitsbedingten Ausfall von Ausbildungszeit und Arbeitskraft, ein zunehmend kritischer Faktor.
Alle genannten Zahlen und Quellen finden Sie auf unserer Website: https://mecfs-research.org/was-ist-me-cfs