PressEmitteilung
Zitronen in aller Munde - die #LemonChallengeMECFS bekommt Support vom Profi-Fußball
Hamburg, Bremen 13. März 2025
Am 15. März wird Werder Bremen eine Spieltagsaktion für die schwere oft unsichtbare Krankheit ME/CFS durchführen. Zum Spiel gegen Borussia Mönchengladbach beißen Profi-Spieler und Fans in die Zitrone, um mehr Aufmerksamkeit und Forschung zu fordern.
Das Thema ME/CFS wandert in die Fußballstadien. Nachdem schon viele Prominente und Politiker, z.B. Robert Habeck, Heidi Reichinnek, Ricarda Lang und Johannes Rauch (Gesundheitsminister Österreich) zugunsten von mehr Aufmerksamkeit und mehr Forschung zu ME/CFS in die Zitrone gebissen haben, landet das Thema jetzt in den Fußballstadien. Mit der Initiative „Empty Stands“ befeuern Fußballfans und Fußballspieler die #LemonChallengeMECFS und verweisen auf leer gebliebene Plätze erkrankter Fans.
Auf allen Social Media Kanälen sind die sauren Gesichter zu sehen und jeden Tag werden es mehr. Mit der #LemonChallengeMECFS erzeugt die ME/CFS Research Foundation öffentlich Aufmerksamkeit, schafft Bewusstsein und sammelt Spenden für die ME/CFS Forschung. Seit dem Start im Dezember hat die #LemonChallengeMECFS über 65.000 Euro Spenden generiert. Viele Prominente aus Kultur, Politik und Sport haben sich mit einem Kurzvideo engagiert. Die #LemonChallengeMECFS läuft auf Instagram, Facebook, X, Threads, LinkedIn, YouTube Shorts und TikTok seit Ende letzten Jahres viral.
Erkrankte Fußballfans gründen Initiative „Empty Stands“
Mit dem Claim „Vermisst in der Kurve – verloren an ME/CFS“ gründeten an ME/CFS erkrankte Fans die Initiative „Empty Stands“. Sie wollen wieder ins Stadion und ihre Mannschaften anfeuern. Fußballvereine und -Fans sind aufgefordert bei der Aufklärung und Forschung zu ME/CFS mit Aktionen und Spenden zu unterstützen. Neben Werder Bremen haben weitere Vereine ihre Mitwirkung zugesagt.
Fabian Fritz ist einer der Empty Stands Mitgründer. Über sein Leben mit ME/CFS sagt er: „Ich schaue mir nur den Spielstand in der App an. Das ist alles, was ich körperlich schaffe. Aktivitäten über 30min sind leider schon zu viel. Wenn ich einen guten Tag habe, höre ich das Radio unserer aktiven Fanszene. Aber das habe ich im letzten halben Jahr nur einmal geschafft. Danach musste ich zwei Tage im Dunkeln liegen“.
Forschungsförderung zu ME/CFS
An der schweren, oft unsichtbaren Krankheit sind weltweit über 40 Millionen Menschen erkrankt. In Deutschland geht man von über 620.000 Betroffenen aus. Der Biss in die Zitrone steht symbolisch für die Reizüberflutung der Betroffenen – eines der zahlreichen Symptome der schweren Multisystemerkrankung. ME/CFS ist bisher wenig erforscht und es gibt keine ursächliche Therapie. Die Spendeneinnahmen der #LemonChallengeMECFS fließen vollständig in die Forschungsförderung.
Jörg Heydecke, Gründer und Geschäftsführer der ME/CFS Research Foundation kommentiert: „Der große Erfolg der #LemonChallengeMECFS begeistert und ermutigt uns. Wir bekommen sehr viel positive Resonanz von den Betroffenen, ihren Angehörigen, aber zunehmend auch von Prominenten und der breiten Öffentlichkeit. Mit der Challenge wollen wir auf die medizinische und soziale Katastrophe dieser häufigen, aber bisher zu wenig erforschten Erkrankung aufmerksam machen. Danke an alle, die die #LemonChallengeMECFS und unsere Arbeit mit ihren Aktionen und Spenden unterstützen!“
Ablauf der #LemonChallengeMECFS
Nominierte sind aufgerufen, (symbolisch) in eine Zitrone zu beißen und die Reaktion auf die extreme Reizung des Geschmackssinnes per Video zu dokumentieren. Drei weitere Personen werden für #LemonChallengeMECFS nominiert. Ein Spendenaufruf zugunsten der ME/CFS Forschung begleitet die Kampagne.
Die ME/CFS Research Foundation dokumentiert die Kampagne auf ihrer Webseite, gibt Anleitung und zeigt ausgewählte “best of” Videos:
https://mecfs-research.org/lemonchallengemecfs-fussball/
Pressekontakt
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Die ME/CFS Research Foundation ist eine gemeinnützige GmbH und erfüllt die satzungsmäßigen Voraussetzungen nach den §§ 51, 59, 60 und 61 AO. Sie darf Zuwendungsbestätigungen im Sinne des § 10b des Einkommensteuergesetzes ausstellen.
Über die ME/CFS Research Foundation
Die gemeinnützige ME/CFS Research Foundation mit Sitz in Hamburg finanziert und fördert biomedizinische Forschung zu den Krankheitsbildern ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/ Chronisches Fatigue-Syndrom) und Long COVID. Ziel ist es, Diagnostik und Therapieansätze zu entwickeln, um die ungenügende Versorgungslage zu verbessern. Die Stiftung arbeitet dabei eng mit Forschenden und ME/CFS-Patient*innen-Organisationen zusammen.
Aufgrund bisher unzureichender Forschung gibt es bis heute keine wirksame Therapie für diese häufigen und schweren Multisystemerkrankungen. Die Stiftung finanziert Forschungsprojekte, vernetzt Forschende, macht Forschungsfortschritt transparent und stellt Fakten und Ressourcen zur Aufklärung bereit.
Über Empty Stands
Empty Stands sind Fußballfans mit ME/CFS aus über 40 Vereinen. Sie können Ihr Fandasein nur noch stark eingeschränkt leben. Die Initiative engagiert sich als Online-Selbsthilfegruppe und setzt sich für mehr Aufklärung und Erforschung der Krankheit ein.
Instagram: https://www.instagram.com/emptystands.me/
Über ME/CFS (Myalgische Encephalomyelitis/Chronisches Fatigue Syndrom) und Long COVID:
ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom) ist eine chronische, schwere Multisystemerkrankung mit vielfältigen Störungen v.a. des Nerven- und Immunsystems. ME/CFS entsteht überwiegend post-infektiös, auch als Folge von COVID-19. Es ist die schwerste Form von Long COVID. ME/CFS-Erkrankte haben ausgeprägte körperliche und kognitive Symptome, eine sehr niedrige Lebensqualität und oft einen hohen Grad der Behinderung. 60 bis 75 Prozent aller Erkrankten sind arbeitsunfähig, viele davon sind an Haus oder Bett gebunden. Leitsymptom ist eine schwere Belastungsintoleranz mit Symptomverschlechterung nach Alltagsaktivitäten (post-exertionelle Malaise, kurz PEM). Die Diagnosestellung von ME/CFS ist aufgrund bisher fehlender Biomarker nur mit aufwendiger Anamnese und bereichsübergreifender Ausschlussdiagnostik möglich. Vielen Ärzt*innen fehlen die dafür erforderlichen Kenntnisse. Oft dauert es Jahre bis Betroffene eine Diagnose erhalten. Bisher gibt es keine wirksame Therapie. Erwachsene mit ME/CFS haben derzeit kaum Aussicht auf Besserung und Wiedereingliederung in das Berufsleben. Besser ist die Prognose für Kinder und Jugendliche, dennoch sind langfristige Schulfehlzeiten die Regel. Für die meisten Betroffenen ist eine Teilhabe am normalen Leben mit Beruf, Ausbildung, Freund*innen, Sport, Hobbys etc. nicht möglich.
In Deutschland lag die Zahl der Menschen, die mit ME/CFS leben, im Jahr 2025 bei mehr als 657.000. Ein Teil der durch COVID-19 an Long COVID bzw. Post-COVID-Syndrom erkrankten Personen erfüllt die Diagnosekriterien für ME/CFS. Bereits vor der COVID-19-Pandemie lebten etwa 400.000 Menschen in Deutschland mit ME/CFS. Weltweit liegt die Zahl der Betroffenen bei weit über 40 Millionen. Die medizinische Versorgungslage der Erkrankten ist ungenügend. Oft kommt es zu Fehldiagnosen und daraus resultierenden Folgeschäden.
Die hohe Zahl der Betroffenen ist für alle Bereiche der Versorgung sowie auch ökonomisch, durch den krankheitsbedingten Ausfall von Ausbildungszeit und Arbeitskraft, ein zunehmend kritischer Faktor.
Alle genannten Zahlen und Quellen finden Sie auf unserer Website: https://mecfs-research.org/was-ist-me-cfs