Eine Zusammenfassung der International ME/CFS Conference 2025 wurde jetzt in der medizinischen Fachzeitschrift Autoimmunity Reviews veröffentlicht. Der Artikel enthält zentrale Erkenntnisse führender Wissenschaftler*innen und medizinischer Expert*innen auf dem Gebiet ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom) und Long COVID/Post-COVID-Syndrom. Die Autor*innen fassen darin die neuesten Forschungsergebnisse und aktuellsten Erkenntnisse zu medizinischer Versorgung, Krankheitsmechanismen und Behandlungsansätzen zusammen.
Wissenschaftler*innen fassen neueste Erkenntnisse aus ihrer Forschung zusammen
Die International ME/CFS Conference 2025 fand am 12. und 13. Mai 2025 in Berlin statt und war das dritte internationale Treffen unter der wissenschaftlichen Leitung des Charité Fatigue Centrums. Die Hybridveranstaltung brachte 39 Referent*innen aus acht Ländern zusammen und wurde mit Unterstützung der ME/CFS Research Foundation organisiert. An zwei Tagen nahmen insgesamt rund 4.000 Personen an der Veranstaltung teil, darunter 200 Personen vor Ort. Eine wissenschaftliche Zusammenfassung der Konferenz, erstellt von den Referent*innen und unterstützendem Personal, kann jetzt nachgelesen werden in der Fachzeitschrift Autoimmunity Reviews.
Im Anschluss an Einleitungen von David Putrino und Carmen Scheibenbogen enthält der Artikel einen Abschnitt mit Einblicken in die medizinische Versorgung von Uta Behrends, Kathryn Hoffmann, Fridbjörn Sigurdsson, Claudia Kedor, Michael Stingl, Bernhard Wörmann und Kristian Sommerfelt. Daran anschließend fassen David Systrom, Rob Wust, Jürgen Steinacker, Christian Puta und Karl Johan Tronstad die Ergebnisse ihrer Forschung zu kardiovaskulärer Dysregulation und mitochondrialer Pathologie bei ME/CFS zusammen, gefolgt von Beiträgen zur Rolle von Immundysregulation und Autoimmunität von Jeroen den Dunnen, Takashi Yamamura, Franziska Sotzny, Christiana Franke, Birgit Sawitzki und Anna Aschenbrenner. Abschließend fassen zwei Abschnitte zu klinischen Studien Beiträge von Olav Mella, Øystein Fluge, Judith Bellmann-Strobl, Wakiro Sato, Elisa Stein und Georg Schlieper zur gezielten Behandlung von Autoantikörpern sowie Beiträge von Nina Babel, Laura Kim, Alan Cash, Michael Peluso, David Systrom, David Putrino und Klaus Wirth zu weiteren Therapieansätzen zusammen. Der Artikel schließt mit einer Auswahl von Postern von Nachwuchswissenschaftler*innen ab, die im Rahmen des Hauptprogramms der Konferenz präsentiert wurden.
Forschung schreitet voran, weitere Anstrengungen benötigt
Zusammenfassend skizziert der Artikel die Pathobiologie von ME/CFS, die mit Immun-, Gefäß- und Stoffwechselstörungen einhergeht, und beschreibt die zunehmenden Belege für autoimmunvermittelte Pathomechanismen (siehe Abbildung). Während sich Biomarker zur Beurteilung von Symptomen und Schweregrad der Erkrankung derzeit in der Entwicklung befinden, zeigen erste klinische Studien vielversprechende Ergebnisse hinsichtlich der potenziellen Wirksamkeit immunmodulatorischer und metabolischer Behandlungsansätze. Der Artikel enthält hierzu eine Übersicht aller auf der Konferenz vorgestellten Studien.

Die Autor*innen schreiben außerdem, dass ME/CFS, trotz der gestiegenen öffentlichen Aufmerksamkeit und Finanzierungsmöglichkeiten bedingt durch das Auftreten von Long COVID im Zuge der COVID-19-Pandemie, noch immer stark untererforscht ist. Den führenden Expert*innen zufolge sind nachhaltige und ausreichend finanzierte Forschungsanstrengungen dringend erforderlich, um die biomedizinische Forschung voranzutreiben und gezielte therapeutische Interventionen zu entwickeln.
Nächste International ME/CFS Conference im Mai 2026
Die International ME/CFS Conference 2026 findet am 7. und 8. Mai 2026 statt. Das hybride Event wird erneute führende Wissenschaftler*innen in Berlin zusammenbringen. Die Anmeldung zur Online-Teilnahme ist kostenfrei. Details zur Veranstaltung finden sich auf der Website zur diesjährigen International ME/CFS Conference.
Wie kann man die Arbeit der ME/CFS Research Foundation unterstützen?
Obwohl Fortschritte erzielt wurden, ist es noch ein weiter Weg, bis die Diagnose, Versorgung und Behandlung von ME/CFS-Patient*innen eines Tages zum etablierten medizinischen und sozialen Standard gehören. Als ME/CFS Research Foundation fokussieren wir uns auf die biomedizinische Forschung, in der wir das Schlüsselelement zur Lösung dieser Probleme sehen (mehr dazu in unserer Förderstrategie und im letzten Halbjahresbericht, der unsere Aktivitäten zusammenfasst). Dafür brauchen wir umfassende Unterstützung von privaten Spendenden – Betroffene, Angehörige, Familien, Freunde, Vereine, Schulen, Netzwerke, Unternehmen, Initiativen, Veranstaltende und alle Unterstützenden. Und wer nicht direkt fördern kann, kann unsere Story teilen und so andere motivieren zu helfen. Denn nur gemeinsam können wir dieses Ziel erreichen.
Wir überführen Spenden und sonstige Unterstützung vollständig in wissenschaftlich exzellente Forschung, Vernetzung der Forschenden und schließlich sichtbare Erfolge, d.h. bessere Diagnostik und Therapien. Dabei arbeiten wir mit anderen Organisationen und Initiativen gerne zusammen – kommen Sie auf uns zu!
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