Ab heute haben Wissenschaftler*innen und Kliniker*innen in Deutschland die Möglichkeit sich auf unser Forschungsförderprogramm 2026 zu bewerben. Insgesamt stehen 2 Millionen Euro für neue Forschungsprojekte zur Verfügung. Davon sind 1,5 Mio. Euro für klinische Forschung und 0,5 Mio. Euro für Grundlagenforschung vorgesehen. Deadline für die Einreichung von Förderanträgen ist der 30. April 2026.
Im Zentrum des “Research Funding Programme 2026” der Stiftung steht die Förderung von Projekten im Bereich der biomedizinischen Forschung, die sich mit ungeklärten oder unzureichend verstandenen Krankheitsmechanismen, Biomarkern oder Behandlungsoptionen für ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom) befassen. Ziel ist es, Projekte zu ermöglichen und zu unterstützen, die mit ihren Ergebnissen in den nächsten Jahren wesentlich zur Verbesserung der Diagnose und der Ermöglichung einer krankheitsmodifizierenden Therapie beitragen.
Insgesamt stehen 2 Mio. Euro im Rahmen dieser Ausschreibung als Forschungsinvestition zur Verfügung. Damit ist das Forschungsförderprogramm 2026 der ME/CFS Research Foundation eine der größten privat finanzierten ME/CFS-Förderinitiativen in Europa. Wir danken unseren Spender*innen und Fördernden für die große Unterstützung, mit der wir neue Impulse für die Diagnostik- und Therapieforschung setzen können.
Forschende an Einrichtungen mit Sitz in Deutschland können sich bis zum 30. April auf Projektförderung bewerben (für neue Forschungsprojekte oder für Fehlbedarfsförderung). Auf der Website zum Förderprogramm finden sich alle Details zu Programm, Antrags- und Bewertungsverfahren sowie zu den definierten Förderkriterien:
Schwerpunkte des Förderprogramms
Schwerpunkte der Förderung sind folgende Themengebiete:
- Aufklärung der Krankheitsmechanismen, die zentralen ME/CFS-Symptomen zugrunde liegen, wie z. B. Post-Exertionelle Malaise (PEM), Schmerzen, Muskelschwäche, kognitive Dysfunktion, Durchblutungsstörungen, Schlafstörungen und Dysautonomie.
- Entwicklung zuverlässiger, diagnostischer, prognostischer oder prädiktiver Biomarker zur Stratifizierung von ME/CFS-Patient*innengruppen (unter Berücksichtigung wichtiger Variablen wie Geschlecht/Gender, Alter, Krankheitsdauer und Schweregrad). Der Schwerpunkt liegt auf Vorhaben zur Untersuchung von Autoimmunität, Immundysregulation, Stoffwechselstörungen, Entzündungen, Gefäßfunktionsstörungen und Funktionsstörungen des Nervensystems als ursächliche Faktoren für die Entstehung und das Fortschreiten von ME/CFS.
- Testung innovativer, an Krankheitsmechanismen ausgerichteter, Medikamente und Behandlungsansätze auf ihre Eignung für eine wirksame und sichere Behandlung von ME/CFS. Dies inkludiert bereits für andere Erkrankungen zugelassene Medikamente, wie z. B. CD19+ oder CD20+ B-Zell-Depletion, CD38+ Plasmablasten-/Zell-Depletion, B-Zell-Rezeptor-Signalübertragung- und Granulozytenhemmung, selektive B/T-Zell-Depletion, Hemmung der Plasmazellreifung und GLP-1-Rezeptoragonisten oder andere vielversprechende Medikamentenkandidaten, die auf die oben genannten Krankheitsmechanismen abzielen.
Die Bewertung und Auswahl förderwürdiger Projektanträge basiert auf Kriterien, die mit unserem wissenschaftlichen Beirat und im Austausch mit wichtigen Partnerorganisationen, wie der Deutschen Gesellschaft für ME/CFS, erarbeitet wurden. Die Bewertung von Anträgen erfolgt durch eine Jury aus internationalen Expert*innen und das wissenschaftliche Team der Stiftung.
Vergabe der Fördermittel
Die Vergabe der Fördermittel richtet sich ausschließlich an folgende Forschungstypen:
- Angewandte Grundlagenforschung
- Tiermodelle
- Biochemie und Zellstudien
- Genetik
- Translationale Forschung
- Übertragung von Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung in Behandlungsansätze (“Bench-to-Bedside”)
- Interventionelle und beobachtende klinische Studien
- Phase I und II randomisierte klinische Studien
- Therapiestudien
- Fallstudien/-serien
- Prognostik-/Diagnostikstudien
Darüber hinaus ermöglichen wir mit einem kleinen Betrag die Übernahme von Publikationsgebühren für wissenschaftliche Artikel (“Open Access Fees”), die nicht aus anderen Quellen finanziert werden können.
Projekte aus dem Bereich der Versorgungsforschung oder epidemiologische Studien sind nicht Gegenstand der Förderung im Rahmen des diesjährigen Programms.
Mit dem Förderprogramm 2026 initiieren wir erstmals ein offenes Ausschreibungsverfahren. Wir hoffen dadurch wichtige Impulse für Forschungsgruppen in Deutschland setzen zu können, die sich mit der Weiterentwicklung der Diagnose und Therapie von ME/CFS befassen. Die Bekanntmachung über die Vergabe der Fördermittel wird zum 30. Juni 2026 erwartet. Die Anforderung an geförderte Vorhaben ist ein Projektstart ab Juli bis spätestens September diesen Jahres. Detaillierte Berichte zu den geförderten Projekten werden zum Projektstart und während der Laufzeiten veröffentlicht.
Umfeld des Förderprogramms 2026
Die Ausschreibung und Vergabe unserer privaten Fördermittel fällt auf einen Zeitraum, in dem die ersten öffentlichen Förderinitiativen im Rahmen der “Nationalen Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen” (externer Link) der Deutschen Bundesregierung in Vorbereitung sind bzw. kurz bevorstehen. Unser Ziel ist es, in der aktuellen Phase des Übergangs, bevor sich das Forschungsfeld zu postinfektiösen Erkrankungen maßgeblich vergrößern wird, möglichst schnell und unbürokratisch Forschung zu ermöglichen, die wichtige Evidenzen für den weiteren Fortschritt des Forschungsfeldes in den nächsten Jahren generiert. Dies kann z. B. zentrale Erkenntnisse zu Krankheitsmechanismen oder therapeutischen Targets betreffen, die anschließend über eine Förderung im Rahmen der “Nationalen Dekade” weiterverfolgt werden.
Ende 2026 werden wir die bis dahin definierten Inhalte der öffentlichen Forschungsförderung im Rahmen der „Nationalen Dekade” sowie das sonstige Förderumfeld erneut bewerten und unsere Förderstrategie für 2027 und darüber hinaus entsprechend ausrichten.
Wie kann man die Arbeit der ME/CFS Research Foundation unterstützen?
Obwohl Fortschritte erzielt wurden, ist es noch ein weiter Weg, bis die Diagnose, Versorgung und Behandlung von ME/CFS-Patient*innen eines Tages zum etablierten medizinischen und sozialen Standard gehören. Als ME/CFS Research Foundation fokussieren wir uns auf die biomedizinische Forschung, in der wir das Schlüsselelement zur Lösung dieser Probleme sehen (mehr dazu in unserer Förderstrategie und im letzten Halbjahresbericht, der unsere Aktivitäten zusammenfasst). Dafür brauchen wir umfassende Unterstützung von privaten Spendenden – Betroffene, Angehörige, Familien, Freund*innen, Vereine, Schulen, Netzwerke, Unternehmen, Initiativen, Veranstaltende und alle Unterstützenden. Und wer nicht direkt fördern kann, kann unsere Story teilen und so andere motivieren zu helfen. Denn nur gemeinsam können wir dieses Ziel erreichen.
Wir überführen Spenden und sonstige Unterstützung vollständig in wissenschaftlich exzellente Forschung, Vernetzung der Forschenden und schließlich sichtbare Erfolge, d.h. bessere Diagnostik und Therapien. Dabei arbeiten wir mit anderen Organisationen und Initiativen gerne zusammen – kommen Sie auf uns zu!
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